Bürgerbegehren "Herz-OP für die Tram"

Das Thema Zuverlässigkeit des ÖPNV ist ein Dauerbrenner in Augsburg. So kann man bei Veranstaltungen in der Innenstadt – wie kürzlich während des Christkindlesmarktes – erleben, dass die Tram-Linien 1 und 2 in die nördlichen und östlichen Stadtteile mit Verspätung unterwegs waren oder einfach ausfielen, z.T. sogar geplant ohne Busersatzverkehr. „Da muss man sich doch nicht wundern, wenn die AugsburgerInnen lieber mit dem eigenen PKW unterwegs sind“, so ÖDP-Stadtrat Christian Pettinger. Die aktuelle Stadtregierung hat den ÖPNV deutlich verschlimmbessert: die Takte werden sowohl bei den Bussen als auch bei der Tram ausgedünnt. Wartezeiten, lange Umsteigezeiten und Ausfälle stehen auf der Tagesordnung. Pettinger: „Wenn dann auch noch die Preise ständig ansteigen, nutzt doch niemand mehr den ÖPNV.“
Mit Ihrem Bürgerbegehren „Herz-OP für die Tram“ wollen die AltAugsburgGesellschaft und die ÖDP nun zumindest an einem der zentralen Probleme deutliche Verbesserungen erreichen: für die Tram soll ein Bypass geschaffen werden, der es den Stadtwerken auch dann ermöglicht, alle Linien der Tram vollständig zu bedienen, wenn die Innenstadt gerade mal wieder durch eine Demo oder eine Veranstaltung blockiert ist. Hierzu soll eine Gleis-Verbindung geschaffen werden zwischen dem Kennedyplatz und dem Jakober Tor durch die Grottenau, Karlstraße und den Leonhardsberg. „Diese Verbindung ist seit Jahrzehnten schon im Nahverkehrsplan der Stadt enthalten, die Umsetzung wurde bisher aber immer vertagt“, berichtet Pettinger. Eine zweite Spange vom Roten Tor Richtung Vogeltor und vorbei an der City-Galerie zum Jakober Tor soll zum einen den Ring um die Innenstadt vervollständigen. Zum anderen ermögliche diese Spange auch die Einführung von tangentialen neuen Verbindungen z.B. vom Innovationspark im Südwesten, vorbei an UNI und Hochschule in den Augsburger Nordosten zu den Industriegebieten aber auch in die Stadtteile Firnhaberau und Hammerschmiede.
Durch den Gleisring wird dann nicht nur die Verbindungen der Tram sicherer, sondern man erreicht dann mit dem beliebten Verkehrsmittel auch die City-Galerie. Auch können dann die z.T. für Radfahrende gefährlichen Schienen und Weichenanlagen aus der Maximilianstraße entfernt werden. Damit ist dort dann auch der Weg für eine zukunftsweisende Umgestaltung frei."