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CO2-Kompensation in Augsburg lässt noch zu wünschen übrig

Die Aktiven des Klima Camps haben wie berichtet erst kürzlich wieder darauf hingewiesen: die Stadt mache nach wie vor zu wenig für den Klimaschutz. Auch das vom Stadtrat im Dezember 2020 beschlossene „Sofortprogramm“ zum Klimaschutz sei völlig unzureichend.

In dasselbe Horn stößt nun auch ÖDP-Stadtrat Christian Pettinger: "Der Klimabeirat hat für Augsburg ein CO2-Restbudget von ca. 11 Millionen Tonnen CO2 bis zur Erreichung eines klimaneutralen Niveaus postuliert. Derzeit pusten wir in Augsburg aber jährlich um die 2 Millionen Tonnen CO2 in die Atmosphäre. Da bleibt kaum noch Zeit, über neue Maßnahmen zur Reduktion der CO2-Emissionen nachzudenken. Stattdessen müssen wir jetzt handeln". Es reiche bei weitem nicht aus, wenn in dem sogenannten "Sofortprogramm" der Stadtregierung zum Klimaschutz im Wesentlichen auf eine Studie verwiesen werde, die bis zum Ende des Jahres 2021 für den Stadtrat Beschlussvorschläge zu konkreten weiterführenden Maßnahmen erarbeiten solle. "Wenn wir auf die Studie warten, könnten erste daraus abgeleitete Maßnahmen frühestens in einem Jahr umgesetzt werden. Bis wann die dann wirken, steht noch auf einem ganz anderen Blatt", so Pettinger.

Letztendlich sei es völlig egal, welche Maßnahmen zur CO2-Vermeidung oder Dekarbonisierung man jetzt ergreife. Deren Beitrag zur gesamten CO2-Bilanz werde in jedem Fall gebraucht. Dafür dürfe man als Kommune durchaus auch Kredite aufnehmen, meint Pettinger. Hauptsache, man reduziert die CO2-Emissionen so schnell als irgend möglich z.B. durch den systematischen Bau von Photovoltaikanlagen auf allen städtischen Liegenschaften. Denn letztlich geht es um den Erhalt der Lebensbedingungen für die nachfolgenden Generationen. Aber auch wenn man mehr Geld in die Hand nehmen würde, stünde zu befürchten, dass die durch die Studie vorgeschlagenen CO2-Einsparmaßnahmen sehr viel einschneidender sein müssten, als die derzeit schon laufenden, um das angestrebte Ziel überhaupt noch erreichen zu können. Damit sinke dann aber auch die Wahrscheinlichkeit, dass die Maßnahmen zeitnah politisch durchgesetzt werden könnten.

Pettinger hat deshalb jetzt einen Antrag bei Frau Oberbürgermeisterin Weber eingereicht, in dem er fordert, dass neben den aktiven Maßnahmen zur Verminderung von CO2-Emissionen auch der Entzug von CO2 aus der Atmosphäre, die sogenannte Kompensation, von der Stadt angegangen werden solle. Hierzu eigne sich vor allem die Aufforstung von brach liegenden oder landwirtschaftlich genutzten Flächen. So könne z.B. ein Hektar Buchenwald jährlich 12 Tonnen CO2 einlagern. "Das schöne ist, wir können sofort damit anfangen, Bäume zu pflanzen und es wird niemanden geben, der sich gegen den Anbau neuer Wälder wehrt. Und die ganze Stadtgesellschaft kann sich an dem Projekt beteiligen", freut sich Pettinger. Zu diesem Zweck sieht der Antrag vor, dass sich neben der Stadt und ihren Tochterunternehmen auch die BürgerInnen sowie in Augsburg ansässige Unternehmen finanziell beteiligen könnten. Jede(r) BaumspenderIn würde durch ein Schild neben dem "eigenen" Baum gewürdigt und für die Unternehmen eröffne sich so die Möglichkeit, ihre eigene CO2-Bilanz aufzubessern. "Allerdings darf die CO2-Kompensation nicht zum reinen Ablasshandel für unsere Klimasünden herhalten. Wir dürfen nicht unter Hinweis auf die Kompensation neue CO2-Emissionen verursachen. Aber die Zeit läuft uns davon und so müssen wir alle Register ziehen, die wir haben", so Pettinger.

 

 


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