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Bill Gates oder Partha Dasgupta?

Während die Leugner der Klimakatastrophe allmählich nur noch eine um sich selbst kreisende Minderheit bilden, sortieren sich diejenigen, die die Welt vor dem Hitzedesaster retten wollen, sehr unterschiedlich. Zwei aktuelle Veröffentlichungen sind für mich so etwas wie Orientierungsmarken, an denen sich Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft in den kommenden Jahren ausrichten werden. Beide Denkrichtungen verharmlosen nichts. Die Klimakrise ist eine Menschheitskrise. Auch beim Ziel ist man sich einig: CO²-Emission Null bis 2050. Bei der Definition der nötigen Maßnahmen gibt es jedoch gewaltige Unterschiede.

Da ist auf der einen Seite Bill Gates, der sich jetzt mit all seinen Mitteln für eine Explosion technologischer Ideen und Konzepte stark machen möchte. Gates will z.B. die Atomkraft "ganz neu erfinden" und setzt auf "Fleisch", das im Labor - ohne Tiere - klimaneutral hergestellt wird. Stahl und Beton als Baustoff will er nicht vermeiden, sondern ebenfalls klimaneutral produzieren. Und. Und. Und.

Auf der anderen Seite hat der Cambridge-Ökonom Sir Partha Dasgupta, gerade einen Report für die britische Regierung vorgelegt, der die herkömmliche Wachstumswirtschaft und den Lebensstil der Industrieländer für nicht fortsetzbar erklärt. Er fordert eine völlig andere, nämlich eine zurückhaltende Art des menschlichen Umgangs mit der Natur. Dringend nötig sei auch eine Beschränkung des Bevölkerungswachstums.

Es steht zu befürchten, dass Bill Gates gewinnen wird. Sir Partha Dasgupta wird wohl in den Geschichtswerken des 22.Jahrhunderts rückblickend als der weisere vermerkt werden - vorausgesetzt, dass nach dem Scheitern der Gates-Illusionen dann noch jemand Geschichtswerke verfasst...


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