Das Atomrisiko stoppen: Gundremmingen abschalten – jetzt!

 

Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger,

 

die Atomkatastrophe von Fukushima liegt nun ein Jahr zurück. In Folge des GAUs musste die schwarz-gelbe Bundesregierung ihren Wiedereinstieg in die Atomkraftnutzung zurücknehmen und einen „Atomausstieg“ beschließen. Letztlich wurden aber nur einige alte Atomkraftwerke vom Netz genommen. Für die übrigen Meiler wurde der Betrieb für ein weiteres Jahrzehnt festgeschrieben. Damit scheint sich für eine breite Öffentlichkeit das Thema Atomkraft erledigt zu haben. Die reell existierenden Gefahren durch die Kernkraftwerke werden einfach ignoriert. Sei es die erhöhte Krebsrate bei Kindern im Umkreis von Kernkraftwerken, die völlig ungeklärte Endlagerfrage oder die beängstigend hohe Zahl von Pannen in den AKWs selbst.

Augsburg ist von der atomaren Gefahr in besonderer Weise betroffen: das AKW Gundremmingen steht in einer Entfernung von nur 39 Kilometern in der Hauptwindrichtung und soll noch bis 2021 betrieben werden. Dieses AKW ist mit seinen zwei Blöcken der letzte im Betrieb befindliche Siedewasserreaktor Deutschlands, baugleich zu den Reaktoren in Fukushima, die nach wie vor unkontrollierbar radioaktiv strahlen. Die Evakuierungszone von 40 Kilometern um das Kraftwerk gilt dort auf unabsehbare Zeit als nicht bewohnbar und auch außerhalb werden immer wieder unverantwortbar hohe Strahlenwerte gemessen. Äußerst beunruhigend ist auch, dass in letzter Zeit immer mal wieder „kleinere Störfälle“ aus Gundremmingen bekannt werden. Für die Bundes- und Staatsregierung scheint das ganz normal zu sein.

Die ÖDP ist nicht bereit, das unvermindert hohe Atomrisiko einfach weiter hinzunehmen. Wir haben deshalb einen Bürgerantrag auf den Weg gebracht. Er soll den Augsburger Stadtrat zwingen, sich endlich mit der atomaren Bedrohung zu befassen. Unten auf dieser Seite finden Sie den Antrag im Original zum downloaden.

 

Worum geht es im Einzelnen?

 

Die Stadt soll sicherstellen, dass im Falle einer Reaktorkatastrophe in Gundremmingen hier in Augsburg alle notwendigen Einrichtungen und Dienste vorgehalten werden, um den Schaden für die Bevölkerung soweit als irgend möglich einzugrenzen. Dass es auf diesem Gebiet noch heftigste Planungsdefizite gibt, zeigt z.B. die Tatsache, dass bisher für eventuelle Evakuierte aus der Umgebung von Gundremmingen scheinbar eine Unterbringung auf dem Augsburger Messegelände geplant ist, von der die Verantwortlichen hier in Augsburg offenbar gar nichts wussten! Inwieweit eine Unterbringung in dieser Nähe zu einem Reaktor mit Kernschmelze überhaupt sinnvoll ist, muss nach den Erfahrungen in Fukushima sicherlich noch geklärt werden.

Das besondere Augenmerk der Stadt muss vor allem den Menschen gelten, die sich nicht selbst aus der Gefahrenzone wegbewegen können. Also all denjenigen, die Krankenhäusern oder Altenheimen auf Unterstützung angewiesen sind. Hier muss vor allem geklärt werden, wo ein ersatzweiser Betrieb der jeweiligen Einrichtung auf längere Sicht umgesetzt werden kann, z.B. bei Schulen und Kindergärten.

Letztendlich soll der Stadtrat den Druck auf die Staats- und Bundesregierung deutlich erhöhen, alles zu unternehmen, um schneller aus der Atomwirtschaft auszusteigen. Die ÖDP wird dieses Thema auch in den anstehenden Landtags- und Bundestagswahlen zum Prüfstein für alle Parteien machen, die sich derzeit in unverantwortlicher Weise auf dem sogenannten „Atomausstiegsbeschluss“ aus dem Jahr 2011 ausruhen.

Bei der Auftaktpressekonferenz im März 2012 von li. nach re: Kreisvorsitzender Pettinger, Bezirksvorsitzende Schimmer-Göresz, Landesvorsitzender Mrasek, Vorstandsmitglieder Bogdahn und Winkler